Ein Förderband befördert Teigwaren auf das Dosierband einer Verpackungsmaschine.
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Warum H1?

Durch­gängige H1-Schmier­stoff­konzepte bieten Sicherheit bei Lebens­mitteln, Pharma­produkten und Kosmetika
Produkte mit H1-Zulassung
H1-Schmierstoffe

für Sicherheit bei der Produktion von Lebens­mitteln, Pharma­produkten und Kosmetika

An Schmierstoffe, die in der Lebensmittelindustrie eingesetzt werden, gelten ganz besondere Anforderungen. Hinsichtlich der Unbedenklichkeit der Schmierstoffe dürfen keine Kompromisse eingegangen werden. H1-Schmierstoffe sind Schmieröle und Schmierfette, deren gelegentliche, unbeabsichtigte Berührung mit Lebensmitteln keine Gefährdung für den Menschen darstellt.

Doch H1-Schmierstoffe sind nicht nur dort einzusetzen, wo Lebensmittel, Getränke oder Produkte der Pharma- und Kosmetikindustrie verarbeitet und hergestellt werden, sondern auch bei der Herstellung ihrer Verpackungen. Ein Beispiel: In der Greiferwelle einer Druckmaschine ist die Dichtung einer Lagerung defekt. Beim Druckprozess wird das zu bedruckende Material durch herabtropfenden Schmierstoff verschmutzt. Wird dieses Material zur Herstellung von Verpackungen in der lebensmittelverarbeitenden, Pharma- oder Kosmetikindustrie eingesetzt, ist in diesem Anwendungsfall der Einsatz von H1-Schmierstoffen unbedingt erforderlich, da so eine Gefährdung des Verbrauchers mit Sicherheit ausgeschlossen werden kann.

H1-Logo bestehend aus einem viergliedrigen blauen Ring und dem Schriftzug "H1" im Zentrum.

Gefahren bannen durch HACCP

Unternehmen der lebensmittelverarbeitenden Industrie wissen, dass die Öffentlichkeit äußerst sensibel reagiert, wenn es um die Sicherheit von Lebensmitteln geht. Daher darf in der gesamten Herstellungskette nichts unversucht bleiben, Risiken zu eliminieren. Das deutsche Lebensmittelrecht sieht hierzu das HACCP-Konzept vor (Hazard Analysis and Critical Control Points, Deutsch: Gefahrenanalyse und kritische Lenkungspunkte). Unter anderem werden im Sinne einer Fehler-Möglichkeits- und Einflussanalyse (FMEA) die kritischen Punkte in allen Stufen des Herstellungsprozesses analysiert und bewertet. Das HACCP-Konzept sieht zwingend den Einsatz von H1-Schmierstoffen vor.

Sicher­heit zählt. 48 % der befragten Verbraucher sorgen sich um schädliche Zusatz­stoffe in ihren Lebens­mitteln.

Quelle: lfD Allensbach

H1 Schmierstoffe

Was sind H1-Schmier­stoffe?

H1-Schmierstoffe sind von der NSF hinsichtlich der Rezeptur, der Etikettierung und Bestätigung der Gebrauchsanweisung geprüfte Produkte, die einen gelegentlichen unvermeidlichen Kontakt mit Lebensmitteln, Getränken oder Pharmaprodukten zulassen. Die Produkte, die eine bestätigte H1-Registrierung haben, tragen das NSF-Zeichen, ein Feld mit dem Category Code H1 und Registrierungs-Nummer auf dem Produktetikett.

Weiter Informationen zu den Inhaltsstoffen und Eigenschaften von H1-Schmierstoffen finden Sie in unserem Interview mit Dr. Frank Schulz, dem Leiter des Entwicklungsbereiches von ELKALUB. Zum Interview.

H1-zer­ti­fi­zier­te Pro­duk­te tragen das NSF-Zei­chen

Damit Schmierstoffe die H1-Zulassung erhalten, muss deren Bezeichnung, das Label, die Zusammensetzung sowie das Sicherheitsdatenblatt des Produktes und aller Inhaltsstoffe bei einer Zertifizierungsstelle eingereicht werden. Eine Produktprüfung erfolgt nicht. Die bekannteste Zertifizierungsstelle ist die NSF (National Sanitation Foundation) in den USA, die Zertifizierungen von Produkten aus der ganzen Welt und aus verschiedenen Bereichen vornimmt. Produkte, die eine bestätigte H1-Registrierung haben, werden mit dem NSF-Zeichen gekennzeichnet.

Für die Herstellung von H1-Schmierstoffen dürfen nur Rohstoffe eingesetzt werden, die im "White Book ®" der NSF aufgelistet sind oder bestimmten Paragraphen im sogenannten Code of Federal Regulation (CFR) entsprechen. Nähere Informationen zu den verwendeten Rohstoffen erhalten Sie hier.

Ergänzend zum offiziellen NSF-Zertifikat erhalten alle H1-Schmierstoffe von ELKALUB ein zusätzliches Signet.

Logo der NSF bestehend aus einem blauen Kreis mit dem Schriftzug "NSF" und einem darunter stehenden Textfeld mit Rahmen. In diesem Feld Steht "Nonfood Compounds Program Listed H1".

ELKALUB: Ihr erfahrener Partner

Seit vielen Jahren ist die Marke ELKALUB Partner der lebensmittelverarbeitenden als auch der graphischen Industrie. Entsprechend groß ist die Erfahrung mit H1-Schmierstoffen. 2008 haben wir auf der Drupa Heidelberger Druckmaschinen komplett mit H1-zertifizierten Schmierstoffen ausgerüstet. Die ersten zwölf H1-zertifizierten Schmierstoffe von ELKALUB gab es bereits im Jahr 1992. Heute haben über 100 ELKALUB-Schmierstoffe das H1-Zertifikat der NSF.

Unsere Ant­wor­ten auf häufig gestellte Fragen

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Dann schreiben Sie uns! Einer unserer ELKALUB-Schmierstoffexperten hilft Ihnen gern weiter.

Nein, HACCP ist eine Methodik zur Risikoerkennung und -eliminierung, die unter anderem in der lebensmittelverarbeitenden Industrie angewendet wird. H1-zertifizierte Schmierstoffe werden eingesetzt, um in Unternehmen, die nach HACCP-Konzept herstellen, Risiken durch Verunreinigungen zu eliminieren.

Die Zusammensetzung eines H1-Schmierstoffes weicht erheblich von einem vergleichbaren konventionellen Schmierstoff abweichen. H1-Schmierstoffe dürfen nur aus Grundstoffen formuliert werden, die von der NSF freigegeben sind. Außerdem ist deren Höchstmenge in der Regel ebenfalls eingeschränkt.

H1-Schmierstoffe sind nicht nur dort einzusetzen, wo Lebensmittel, Getränke oder Produkte der Pharma- und Kosmetikindustrie verarbeitet und hergestellt werden, sondern auch bei der Herstellung ihrer Verpackungen und Beschreibungen. Während Verpackungen möglicherweise direkt auf die Erzeugnisse einwirken, können Beschreibungen durch deren Handhabung Stoffe übertragen. Eine Maschine sollte bereits bei Auslieferung mit H1-Schmierstoffen versehen sein. Eine Umölung auf ein H1-Produkt ist nach gründlichen Spülvorgängen möglich. Der Umstieg auf ein neues H1-Fett ist bei Gleitlagern relativ schnell realisierbar, bei Wälzlagern hingegen ist in der Regel eine Demontage notwendig.

Verpackungen von H1-Schmierstoffen, die von der NSF zertifiziert wurden, tragen sowohl das Logo der zertifizierenden Organisation als auch eine entsprechende Nummer. ELKALUB zeichnet H1-Schmierstoffe außerdem mit einem zusätzlichen H1-Signet aus.

Grundsätzlich wird die komplette Umstellung empfohlen, sie ist jedoch kein Muss. Ein Produktionsbetrieb lässt sich in „H1-Linien“ (zur Herstellung nach HACCP-Konzept) und „nicht-H1-Linien“ aufteilen. Aber die Verwechslungsgefahr von Schmierstoffen bei Wartung und vorbeugender Instandhaltung stellt ein hohes Risiko dar. Auf jeden Fall gilt: Alle Schmierstoffe einer Linie, die mit dem Produkt in Berührung kommen könn(t)en, müssen H1-zugelassen sein. (eine Zertifizierung findet ja nicht statt)

Nein. Zwar dürfen H1-Schmierstoffe nicht auf Basis von Mineralöl sein, sondern nur auf Basis von medizinischen Weißölen, synthetischen Ölen etc., aber darüber hinaus gibt es weitere Einschränkungen bei den zulässigen Inhaltsstoffen.

Schon allein das Verbot von mineralischen Grundölen macht den Einsatz hochwertiger synthetischer Öle oder Weißöle erforderlich. Dazu kommen Einschränkungen bei den Additiven, die die Formulierung anspruchsvoller machen und häufig den Einsatz hochwertiger Grundstoffe bedingen.

Die Auswahl von Schmierstoffen bei Hochleistungsmaschinen wie Druck- oder oder Falzmaschinen sollte gemeinsam mit den Schmierstoffherstellern erfolgen. Um ein geeignetes H1-konformes Äquivalent zu finden, sollte man die Beratung durch den Schmierstoffhersteller in Anspruch nehmen.

Produktbroschüre: H1-Schmierstoffe für die graphische Industrie

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